Reigen
Mehr über das Stück"Reigen" in Reichenau mit Stefan Jürgens, Therese Affolter, Dietmar König (Regie), Bettine Schwarz, Clara Wolfram, Alexandra Henkel (Regie), Lukas Watzl, Markus Freistätter, Daniel Jesch, Stefanie Dvorak;
"Reigen" - Arthur Schnitzlers zeitloser Klassiker dreht sich weiter
Ein Theaterstück, das in seiner radikalen Auseinandersetzung mit menschlicher Sehnsucht und gesellschaftlichen Normen nichts von seiner Relevanz verloren hat.In einem Brief an seine geliebte Muse Olga Waissnix formuliert der Autor im Februar 1897, dass es sich bei seinem neuesten Werk um eine „undruckbare Szenenreihe“ handelt, die „nach ein paar hundert Jahren ausgegraben, einen Theil unserer Kultur eigentümlich beleuchten würde.“
Schnitzler behielt recht – der "Reigen" gilt bis heute als Klassiker.
2026, mehr als hundert Jahre nach seiner Entstehung, wird das Stück nun bei den Festspielen Reichenau wieder einmal zu erleben sein, und zwar in der 1926 zu einem Theater umfunktionierten Holzschleiferei, die sich im Besitz der Familie Waissnix befand. Der Reigen geht weiter – im wahrsten Sinne des Wortes – und fügt eine weitere Ebene in der Geschichte dieses Theaterstücks hinzu.
"Reigen" ist ein Werk, das polarisiert – damals wie heute. Was vor über hundert Jahren als anstößig galt, ist nun gang und gäbe. Was heute für Problematik sorgt, war damals kaum Thema. Der Text, der schon mit seiner Veröffentlichung für Furore sorgte, fand erst wesentlich später seinen Weg auf die Bühne – ein steiniger Weg der 1920 zu einem der größten Theaterskandale des vergangenen Jahrhunderts führte.
Mit seinem „Liebesreigen“, so der ursprüngliche Titel, entwarf Schnitzler einen Theatertext, der aufgrund seiner Struktur und seiner Thematik ein Wagnis darstellte. Sein Verlag wollte nicht drucken, also verteilte Schnitzler selbst 200 Kopien unter Freunden und Bekannten. Obwohl er um Diskretion bat, verbreitete sich das Stück schnell über die Wiener Grenzen hinaus – das intime Szenenspiel aus Menschen im Spannungsfeld der Gesellschaft faszinierte.
Erst 1920 kommt "Reigen" in Berlin zur Uraufführung (eine unautorisierte Aufführung in Budapest 1912 ausgenommen). Noch am selben Tag wird die Vorstellung verboten, doch das Haus ist voll und die Theaterdirektion beschließt das Stück trotzdem zu zeigen.
Aber das Stückt eckt weiterhin an und ist Auslöser extremer Gefühlsreaktionen, die sogar vor Gericht verhandelt werden. Der „Reigen-Prozess“ wirft auch Schatten auf die österreichische Erstaufführung.
Schnitzlers Choreographie durch das menschliche Sehnen, unabhängig von sozialer Stellung und gesellschaftlichem Hintergrund, berührt. Sie lockt Verborgenes an die Oberfläche und auch wenn sich die Nacktheit den Augen des Publikums entzieht, entblößt sie etwas in den Zuschauenden. Das macht vielen Angst und wird im öffentlichen Widerstand deutlich.
Als auch antisemitische Positionen in die Diskussion um das Theaterstück einfließen, zieht Arthur Schnitzler selbst seine Konsequenz und verbietet 1922 alle weiteren Aufführungen. Erst seit 1982 darf der REIGEN wieder seine Runden ziehen und fordert bis heute sein Publikum heraus.
Arthur Schnitzler lässt Welten und Typen aufeinandertreffen, seziert Gemüts- und Gefühlszustände, um gleich darauf das Rad weiterzudrehen. Eine einfache Rechnung, die komplexer nicht sein könnte. Doch wie schauen wir heute auf den Stoff? Wie sehen wir die Frauenbilder aus der Perspektive des 21. Jahrhunderts? Was davon kann hier noch gezeigt werden? Oder ist es nur eine Frage der Betrachtung? Sich dem "Reigen" zu widmen, heißt auch ganz intim mit sich selbst zu werden – sich zu begegnen, im Zentrum des Wirbelsturms, im Wirrwarr des (eigenen) Gefühlskarussells.
Der Neue Spielraum ist also schon mit seiner Bühnenform eine Einladung dieses Stück zu zeigen. Eine Arena der Perspektiven und der Perspektivenwechsel. Alexandra Henkel und Dietmar König begeben sich hinein, nicht nur als Regie-Duo, sondern auch selbst als Paar – mitten ins Geschehen.
Unzüchtig, undruckbar, unaufführbar – all diese Begriffe, all diese Unmöglichkeiten, lässt Arthur Schnitzlers "Reigen" zurück, denn übrig bleibt immer die ewige Frage nach der Natur des Menschen und dem Wesen der Liebe.
Reigen PREMIERE
Arthur SchnitzlerRegie: Alexandra Henkel & Dietmar König
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Arthur SchnitzlerRegie: Alexandra Henkel & Dietmar König
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Arthur SchnitzlerRegie: Alexandra Henkel & Dietmar König
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